Beat Drittenbass
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Malik Müller bestreitet bereits seine zweiten World Games mit der Nationalmannschaft.
Malik Müller vom SVD Diepoldsau-Schmitter ist Teil der Schweizer Faustball-Nationalmannschaft. In China kämpft er an den World Games um eine Medaille.
Diepoldsau Faustball fristet im Schatten von Fussball, Eishockey und Ski Alpin immer noch das Dasein einer Randsportart. Genau solche stehen an den am 7. August beginnenden World Games im chinesischen Chengdu für einmal im Zentrum der Aufmerksamkeit. Mit Malik Müller und Christian Lässer vom SVD Diepoldsau-Schmitter figurieren zwei Rheintaler im Aufgebot der Schweizer Nationalmannschaft.
Mit Tanja Bognar, Jamie Bucher und Mirjam Schlattinger befinden sich zudem drei Diepoldsauer Spielerinnen im Kader der Frauen für die World Game. Juliano Fontoura als Co-Trainer der Herren rundet die starke Rheintaler Vertretung bei den World Games ab.
Für Müller ist es nach den Spielen 2015 in Polen die zweite Teilnahme an den World Games. Vom sportlichen Stellenwert her seien diese mit einer Weltmeisterschaft vergleichbar, sagt er. Abseits des Feldes sei der Anlass aber noch etwas spezieller, da Sportlerinnen und Sportler aus zahlreichen Ländern und Sportarten nach China reisen. Das schaffe jeweils eine spezielle Atmosphäre.
Für Malik Müller ist es die erste Reise nach China. Da das Team bereits frühzeitig anreist, bleibe sicherlich auch noch etwas Zeit, um die Stadt etwas zu erkunden. Für Müller sind diese internationalen Turniere mit der Nationalmannschaft Höhepunkte seiner Karriere. Dafür opfert der 30-Jährige einiges. So beteiligen sich die Spieler etwa finanziell an der Reise mit der Nationalmannschaft. Aber vor allem zeitlich ist das Dasein als Sportler einer Randsportart bisweilen eine Herausforderung. Denn Sport, Studium und Privatleben unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach. Rund zwei Wochen Ferien pro Jahr wendet Müller für Reisen mit der Nationalmannschaft und weitere Faustballturniere auf. Bisher liess sich das jedoch gut mit seinem Studium an der Pädagogischen Hochschule vereinbaren. Dieses hat Müller inzwischen abgeschlossen. Vorerst wird er aber ein Jahr lang lediglich Stellvertretungen übernehmen. Denn der Schulstart würde ausgerechnet in die Zeit der World Games fallen.
Wie es im nächsten Jahr aussehen wird, weiss Müller noch nicht. Es ist auch möglich, dass der Auftritt an den World Games das letzte Hurra des Diepoldsauers sein wird. Und dafür hat er sich einiges vorgenommen.
Die Schweiz gehört im Faustball seit Jahren zu den Top 4 Nationen weltweit. Nur Brasilien, Deutschland und Österreich liegen oft noch knapp vor der Schweiz. Trotzdem zeigt sich Malik Müller kämpferisch: «Wenn wir ohne Medaille zurückkehren, wäre das für uns eine Enttäuschung.»
An Selbstbewusstsein mangelt es in der Nationalmannschaft also nicht. Dieses schöpft Müller auch daraus, dass nach einem turbulenten Jahr mit einer Übergangslösung im Staff, jetzt wieder Ruhe eingekehrt sei in der Mannschaft. Auf ein bis zwei Schlüsselpositionen habe es zwar auch Änderungen im Kader gegeben, sonst sei man aber sehr gut eingespielt.
«Die Stimmung in der Nati ist immer top. In der Meisterschaft spielen wir zwar gegeneinander, aber im Faustball geht es immer sehr kollegial zu und her», sagt Müller. So seien auch einige private Freundschaften entstanden. Das ist es denn auch, was Müller, der neben Faustball auch Unihockey spielt, an Sportarten begeistert, die eher selten im Rampenlicht stehen. Die Kollegialität, die unter den Spieler herrsche, sei eine andere als bei Sportarten, wo viel Geld im Spiel sei. Anderseits würde er sich natürlich wünschen, dass auch Sportarten wie Faustball mehr Aufmerksamkeit und Sponsoren erhalten würden, damit zumindest ein kleiner Lohn für das grosse Engagement bezahlt werden könnte.
Wer weiss: Vielleicht sorgt ein starkes Abschneiden in China ja dafür, dass einmal nicht Fussball oder Ski Alpin, sondern Faustball die Schlagzeilen macht.
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