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Die Sportanlage Grüntal soll erweitert werden, sodass die Sportanlage GESA entlastet wird. Visualisierung: z.V.g.
Am 8. März werden die nächsten Abstimmungen im Rheintal anstehen. So auch in Altstätten: Dort soll die Sportanlage Grüntal ausgebaut werden. Nicht nur, um vorhandene Infrastrukturen zu erneuern, sondern auch um den Betrieb auf der Sportanlage GESA zu entlasten.
Altstätten Am Donnerstag, 19. Februar luden die Stadt Altstätten und der FC Altstätten zur gemeinsamen Informationsveranstaltung zum Thema «Zukunft der Sportanlage Grüntal» in den Sonnensaal ein. Zusammen zeigten sie den Bürgerinnen und Bürgern auf, wofür die Stadt Altstätten an der Urnenabstimmung einen Investitionsbeitrag von 3,325 Millionen Franken beantragt.
Rund 580 Fussballerinnen und Fussballer trainieren wöchentlich auf den Sportanlagen Grüntal und GESA. «Neben dem FC Altstätten, der in Zukunft ausschliesslich auf der Sportanlage Grüntal trainieren würde, profitieren der KTV, der STV Altstätten, Schulen und weitere Vereine von den freiwerdenden Kapazitäten auf der GESA, die sie künftig vermehrt für Trainings und eigene Anlässe nutzen können», schreibt Aurelia Koller, Kommunikationsbeauftragte der Stadt Altstätten auf Anfrage. Und auch für den FC Altstätten hat der Ausbau unter anderem einen klaren Vorteil: «Der ganze Verein kann dann gemeinsam auf der Sportanlage Grüntal trainieren», erklärt Andreas Broger, Präsident des FC Altstätten und ergänzt: «In einer Veranstaltung vor der gemeinsamen Informationsveranstaltung der Stadt haben wir vorab mit unseren Mitgliedern gesprochen. Dort hat sich herauskristallisiert, dass ein gemeinsamer Trainingsort für alle Mannschaften unseres Vereins erhofft wird.» Denn der ganze Verein braucht mittlerweile immer mehr Platz: Die Nachfrage beim Nachwuchs des FC Altstätten stieg laut Broger seit 2019 um 48 Prozent. Waren es vor sieben Jahren noch rund 145 Kinder, die in zehn Mannschaften spielten, sind es heute bereits etwa 300 in 21 Teams.
Dass sich ein Ausbau und somit eine Verlagerung des gesamten Spielbetriebs des FC Altstätten nicht nur für den Fussballclub lohnt, hat sich in einer Nutzungsanalyse, welche die Stadt im Jahr 2023 in Auftrag gegeben hatte, bereits herausgestellt. So werde die GESA für andere Vereine noch besser nutzbar. «Der Ausbau entlastet die GESA und schafft die Möglichkeit, in einem nächsten Schritt eine zweite Sanierungsetappe der GESA zu prüfen», heisst es seitens der Stadt. Mit dem Ausbau erfolgt auch die erforderliche Sanierung des Kunstrasens (ohne Granulat), sowie ein Wechsel auf eine energieeffiziente LED-Beleuchtung auf der Sportanlage Grüntal. «Aus Umweltgründen und gesetzlichen Vorgaben sind diese Arbeiten in den nächsten Jahren zwingend umzusetzen», erläutert Andreas Broger.
Der Ausbau und die Erneuerung der Sportanlage Grüntal umfasse im Wesentlichen die Sanierung der bestehenden Fussballfelder (Kunstrasen, Hauptspielfeld und Trainingsfeld) und die Modernisierung der Beleuchtung. Das Hauptspielfeld werde an die Normgrösse angepasst, damit künftig auch die Spiele der 1. Mannschaft in der 2. Liga Interregional auf dem Grüntal stattfinden können. «Ergänzt wird die Anlage durch einen neuen normgerechten Kunstrasenplatz, sowie ein Clubhaus mit mindestens zwei Garderoben und einem Gastrobereich. Geplant sind zudem ein zusätzlicher Soccer Court und ein Spielplatz», schriebt die Stadt Altstätten über das Vorhaben. Die Kosten des Ausbaus und der Erneuerung belaufen sich insgesamt auf rund 5 Millionen Franken. Davon werden 3,325 Millionen per Investitionsbeitrag der Stadt Altstätten, worüber die Stimmbevölkerung abstimmt, gedeckt, sowie die restlichen 1,662 Millionen durch den FC Altstätten finanziert. Der Beitrag des FC Altstätten setzt sich durch Eigenleistungen, Spenden sowie Beiträge von Rhoden, Ortsgemeinde, Privaten und Stiftungen zusammen.
Andreas Broger engagiert sich sowohl als Präsident beim FC Altstätten, aber auch im Altstätter Stadtrat. Bereits im Vorfeld hat dieses Engagement im Zusammenhang mit dem Ausbau der Sportanlage für Unverständnis gesorgt. Denn ein Stadtrat hätte bei einer solchen Diskussion im Stadtrat womöglich bereits einen Vorteil. Dem sei jedoch nicht so, betont Broger: « Ich bin zwar beim Fussballverein und der Stadt engagiert, jedoch bin ich in dieser Angelegenheit in den Ausstand getreten.» So wurde er laut eigenen Angaben nicht mit Unterlagen bedient, sondern informierte sich mit den bereitgestellten Informationen und Newslettern der Stadt, sowie an Informationsanlässen. Dies biete laut Broger auch einige Vorteile. Da er sich beim Ausbau und der Erneuerung der Sportanlage wie ein normaler Bürger informiere und entsprechende Fragen stelle, wisse es auch, welche sich die Bürgerinnen und Bürger stellen. «Bei uns im Stadtrat hat jeder gewisse Themen, bei denen wir wissen müssen, welchen Hut wir in dieser Angelegenheit tragen und dementsprechend in den Ausstand treten.» Denn es sei hier genau so, wie in vielen anderen Situationen: Wer sich engagiert, engagiert sich meist gleich an ein paar Orten gleichzeitig. Was, wenn die Stimmbevölkerung Nein zum Investitionsbeitrag der Stadt stimmt? «Dann müssen wir das akzeptieren, und es bleibt alles wie es aktuell ist. Wir haben keinen Plan B», erklärt Andreas Broger. Über den Ersatz des Kunstrasens und der LED-Beleuchtung müsse man dann wieder mit der Stadt diskutieren, wenn es dazu käme. Das Projekt hat aber auch zahlreiche Befürworter, wie man an Autoaufklebern oder auch den orangenen Mützenträgerinnen und trägern auf und neben dem Fussballplatz erkennen kann. Auch nebst dem Fussballbetrieb des FC Altstätten ist der Platz frei zugänglich. «Mit dem Projekt stärken wir als Stadt die Werte: Gesundheit, Zusammenhalt und Begegnung. Wir geben Kindern und Jugendlichen einen Platz, um zu trainieren, zu lernen und Zeit zu verbringen», heisst in der schriftlichen Antwort der Stadt. Es sei ein aktiver Beitrag zur Jugendförderung sowie der Integration von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und der Inklusion von Menschen mit Handicap. Denn darin sei der Fussball Meister.
Von Manuela Müller
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