Beat Drittenbass
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In Altstätten wurde am Freitag, 14. August, das neue Reservoir Ebenacker feierlich eingeweiht. Dort fliessen 80 Prozent des Trinkwassers zusammen.
Altstätten Eine gelungene Abwechslung zur anhaltenden Hitze stellte die Einweihung des neuen Reservoirs Ebenacker in Altstätten dar. Die Räumlichkeiten wiesen, je weiter man nach unten lief, umso kühlere Temperaturen auf. Die Hitze ging jedoch nicht unbemerkt am Reservoir vorbei, wie eine Führung in Richtung der Quelle zeigte, die in das Reservoir Ebenacker fliesst. «Zwei Quellen liefern uns bislang noch Wasser, die andere ist momentan komplett trocken», erklärt Wasserwart Andrin Steiger. Die Menge an Wasser, die je nach Witterungsbedingungen ins Reservoir fliesst, schwankt jeweils zwischen 500 und 4800 Kubikmetern pro Tag. Diese Menge fliesst über drei Quellen im Ebenacker, sowie eine Quelle im Fuchsloch ins Reservoir. Das Wasser aus dem Gebiet Fuchsloch wird im Reservoir turbiniert. Sprudeln die Quellen kräftig, reicht das Wasser für ganz Altstätten. Führen sie hingegen wenig Wasser – wie während der aktuellen Trockenheit –, versorgt das Reservoir den Chornberg und die Zone Rahnstrasse. Den restlichen Bedarf deckt der Wasserverbund Oberes Rheintal.
«Das Reservoir Ebenacker ist ein Herzstück unserer Wasserversorgung. Hier fliessen rund 80 Prozent unseres Quellwassers zusammen. Die Anlage trägt entscheidend dazu bei, dass unser Wasser zuverlässig zur Verfügung steht – und dass im Brandfall eine Löschwasserreserve bereitsteht. Für uns als Bevölkerung bedeutet das vor allem eines: Vertrauen darauf, dass Wasser da ist, wenn wir es brauchen», sagte Stadtpräsident Ruedi Mattle. Er verglich den Neubau mit einer «Operation am offenen Herzen», denn während der gesamten Bauzeit musste die Wasserversorgung für Altstätten gewährleistet sein.
In seiner Einweihungsrede spannte er dabei auch den Bogen zur Geschichte der Altstätter Wasserver-sorgung: Schon bei der Gründung der Hydranten- und Wasserversorgungsgesellschaft im Jahr 1895 lautete der Auftrag, Wasser nach Alt-stätten zu bringen – zum «Genuss und zur Feuerbekämpfung». Dieser Grundauftrag gilt bis heute.
Mitten im neuen Grün
Das neue Reservoir entstand unterhalb der früheren Anlage, damit in Altstätten auch während des Baus Wasser aus dem Hahn floss. Nach rund zweijähriger Bauzeit ging das neue Reservoir Ebenacker am 16. September 2025 in Betrieb. Nach der Inbetriebnahme wurden die alten Gebäude abgebrochen und die Umgebung renaturiert. Heute säumen Blumenwiesen sowie 750 junge einheimische Bäume und Sträucher das architektonisch markante Gebäude. Trockensteinmauern und Inseln aus Stein und Altholz bieten zudem allerlei Tieren ein neues Zuhause.
Die frühere Anlage aus dem Jahr 1968 und ihre Rundbehälter entsprachen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Hygiene, Sicherheit und Überwachung. Ebenso war die Technik rund um den Wasserfluss in die Jahre gekommen und enge Räume, die teilweise nur über eine Leiter erreichbar waren, erschwerten die Kontroll- und Unterhaltsarbeiten. Weil sich die Gebäude zudem in einem schlechten Zustand befanden, kam nur ein Neubau infrage.
Bei der Einweihung mit dabei war zudem Alan Germann von der Gebäudeversicherung St. Gallen. Er gratulierte nicht nur zur Einweihung des Reservoirs, sondern beschenkte die Besucherinnen und Besucher am Freitag mit einem ganz besonderen Konzert. Die im Vorfeld für die Besichtigung geleerte Wasserkammer, die normalerweise 400 Kubikmeter Wasser fasst, wurde kurzerhand zur Konzertbühne für Germann, der mit den Klängen des Dudelsacks die Wasserkammer füllte.
Von Manuela Müller
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