Beat Drittenbass
lanciert in der Ostschweiz Veranstaltungen für die ältere Generation
Thomas Kuster (links) ist Anwärter auf einen Kranz am Eidgenössischen.
Die bisherige Saison des Altstätter Schwingers macht Hoffnung, dass Thomas Kuster im vierten Anlauf zum Eidgenossen werden könnte.
Altstätten Wenn Ende August in Glarus die Besten der Besten am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) im Sägemehlring antreten, ist auch Thomas Kuster mit dabei. Der Altstätter zählt zwar nicht zum engsten Favoritenkreis auf den Königstitel, doch sein grosses Ziel ist klar: endlich den ersten Eidgenössischen Kranz gewinnen. An seinen drei bisherigen ESAF-Teilnahmen blieb ihm dies verwehrt. Im vierten Anlauf soll es klappen.
Nur wer an einem Eidgenössischen, das alle drei Jahre stattfindet, zu den Kranzgewinnern gehört, darf sich «Eidgenosse» nennen. Für Kuster wäre es der Höhepunkt einer starken Karriere. In dieser Saison bewies er, dass mit ihm zu rechnen ist. «Natürlich ist es mein Ziel, am ESAF einen Kranz zu holen», sagt er selbstbewusst. Dieses Selbstvertrauen kommt nicht von ungefähr: Drei Kränze hat er 2025 bereits erkämpft. «Ich konnte im Winter gut trainieren», nennt er einen Grund für seine starken Auftritte. Zudem stehe er 2025 neben den regulären Einheiten im Schwingclub Gais zusätzlich wöchentlich mit den Besten des Nordostschweizer Schwingverbands im Sägemehl. Das seien Trainings auf höchstem Niveau: «Da muss ich schon im Training ans Limit, was mir auch im Wettkampf hilft.»
Von Nervosität ist bei Kuster vor dem Saisonhöhepunkt noch nichts zu spüren. «Die kommt erst am Samstagmorgen, wenn das Fest beginnt.» Aktuell überwiegt jedoch die Vorfreude, vor allem auf den Moment, wenn er mit 55'000 Zuschauern im Rücken in die Arena einläuft und die Nationalhymne erklingt. «Das ist Gänsehaut pur.» Auch wenn er bereits zum vierten Mal am ESAF teilnimmt, bleibt dieser Augenblick für ihn etwas ganz Besonderes. Auf eine spezielle Taktik verzichtet er: «Ich will offensiv schwingen und meine Stärke am Boden ausspielen.»
Damit im Spitzensport alles passt, braucht es auch ausserhalb des Rings die richtige Unterstützung. «Ohne meine Frau wäre es kaum möglich, Schwingen, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen.» Dass seine Familie für Kuster wichtig ist, zeigt auch, wie er zum Sport kam: Ein Freund der Familie nahm ihn und seine Brüder einst mit ins Training. Während einer nach der Lehre aufhörte, blieb Bruder Marcel lange aktiv. Und im Gegensatz zu Thomas gewann er bereits zwei Eidgenössische Kränze.Vielleicht schreibt Ende August der nächste Kuster Schwinggeschichte. Sicher ist: Die Familie wird in Glarus vor Ort sein. Und seine Kinder fiebern schon jetzt mit. «Für sie ist das das Grösste», sagt Kuster. Gut möglich also, dass die nächste Generation den Sägemehlring eines Tages auch selbst betritt.
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